Projekt B.S

  • Programm: Umbau einer ehemaligen Garage in ein Studio mit Carport
  • Ort: Eupen
  • Bauherr: Privat
  • Status: Fertigstelling in 2026
  • Photograph: Fabian Erler Photography

Umbau einer ehemaligen Garage zu einem Einfamilienhaus mit Carport. Das Projekt befindet sich auf einem schmalen Grundstück, das von drei bestehenden Gebäuden und einer Gasse begrenzt wird, und fügt sich in ein dichtes bebautes Umfeld ein, wobei die Spuren und die Präsenz des bestehenden Gebäudes so weit wie möglich erhalten bleiben.

Die neue Struktur der Wohnung stützt sich auf die gemeinsamen Wände und auf die zur Gasse hin gelegene Wand, deren äußeres Erscheinungsbild erhalten bleibt. Lediglich das bestehende Dach und der Dachstuhl werden entfernt, um den für die Wohnung erforderlichen Raum zu schaffen und eine Terrasse zu gestalten, die direkt an die Wohnbereiche anschließt.

Das Erdgeschoss dient weiterhin als Parkplatz und Abstellraum. Die Wohnfläche erstreckt sich über die beiden oberen Stockwerke, die gegenüber der Straße zurückgesetzt sind. Im ersten Stock öffnet sich der Wohnbereich zu einer Terrasse, die durch die bestehenden Mauern geschützt ist. Da diese zur Gasse hin niedriger sind, bleibt die Aussicht erhalten, während gleichzeitig eine kontrollierte Beziehung zum öffentlichen Raum gewahrt wird. Im Obergeschoss befindet sich das Schlafzimmer unter einem neuen Satteldach.

Der Zugang zur Wohnung erfolgt über eine Außentreppe, die entlang des Gebäudes verläuft. Durch eine punktuelle Öffnung in der Fassade wird die natürliche Neigung des Weges genutzt, wodurch sich die Anzahl der Stufen, die zum Erreichen der Wohnung benötigt werden, verringert.

Das Projekt strebt nach einer zeitgemäßen Ausdrucksform und steht dabei im Dialog mit dem mineralischen Charakter des Bestandsgebäudes. Die Tore, Sichtschutzelemente und Geländer sind als feine, durchbrochene Metallvliese konzipiert, die an die Fassadenverkleidung des Wohnhauses anknüpfen. Ihre Materialität und Farbgebung greifen die traditionellen Materialien der Umgebung auf und unterstreichen zugleich eine gemeinsame, leichtere architektonische Identität.

Das neue Schieferdach rundet das Gesamtbild ab und steht im Dialog mit den benachbarten Gebäuden. Das Projekt geht somit auf die bestehende Bausubstanz ein, anstatt sie zu verdrängen: eine diskrete Umgestaltung des Gebäudes, bei der durch den Erhalt der Mauern, den Rücksprung der Wohnung und die Bearbeitung der Schwellen der Charakter der Gasse bewahrt wird und gleichzeitig ein neuer Wohnraum entsteht.